Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen verfügt inzwischen über eine Nachhaltigkeitsstrategie. Vorreiter im Technologiebereich, die vollständig auf nachhaltige IT umgestellt haben, verzeichnen unter anderem höhere Produktivität und Effizienz.
Neue Untersuchungen zeigen jedoch auch, dass Unternehmen bei ihren Nachhaltigkeitsbemühungen mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert sind. Besonders innovative Technologien, die die Weltwirtschaft revolutionieren, stellen bei dem Versuch, die Nachhaltigkeitsziele eines Unternehmens zu erreichen, immer wieder eine neue Herausforderung für Technologieteams dar.
Die Ausgangslage ist schwierig: Eine zu Beginn des Jahres veröffentlichte Stanford-Studie lässt befürchten, dass die Erderwärmung in den nächsten 10 bis 15 Jahren die Schwelle von 1,5 °Grad überschreiten wird. WissenschaftlerInnen gehen davon aus, dass eine Erwärmung über diesen Wert hinaus potenziell irreversible Auswirkungen auf das Klima haben könnte.
Diese und ähnliche Erkenntnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, Nachhaltigkeit weiter voranzutreiben.
Auswirkung der IT auf die Kohlendioxidemissionen
ForscherInnen nehmen an, dass die IT1 für rund 2,1–3,9 % der weltweiten Emissionen verantwortlich ist. Wenn das stimmt, stößt die IT-Branche sogar mehr Treibhausgase aus als die Luftfahrt. Andere Studien2 hingegen beziffern den Beitrag der IT-Branche zu den Treibhausgasemissionen auf 1 %. Dennoch bleibt festzuhalten, dass nachhaltigere IT-Konzepte einen wichtigen Beitrag dazu leisten können, die Netto-Null-Ziele von Unternehmen zu erreichen und den Klimawandel zu bekämpfen.
Laut der im Auftrag von Dell und VMware durchgeführten Studie von Foundry, für die leitende IT-Fachkräfte in Großbritannien, Frankreich und Deutschland befragt wurden, verfügen zwar 98 % der Unternehmen über eine Nachhaltigkeitsstrategie, doch nur 37 % davon haben sie explizit mit ihren Unternehmenszielen abgestimmt.

Die Volatilität auf dem Energiemarkt beeinträchtigt Unternehmen erheblich und unterstreicht zudem die zunehmende Bedeutung des Kostenmanagements. Insgesamt gaben 72 % der UmfrageteilnehmerInnen an, dass die Volatilität des Energiemarktes einen starken oder moderaten Einfluss auf die Bedeutung des Energiekostenmanagements hat.

Die Herausforderungen einer nachhaltigen IT
Trotz der eindeutigen Kostenvorteile einer nachhaltigen IT und des Eifers, mit dem IT-ExpertInnen die Nachhaltigkeitsagenda ihres Unternehmens verfolgen, bleibt eine nachhaltige IT eine große Herausforderung.
Zum einen geht die digitale Revolution mit einer enormen Kohlendioxidbelastung einher. Die Server und Rechenzentren, die digitale Workloads verarbeiten, benötigen viel Strom und tragen zusätzlich zu den Kohlendioxidemissionen bei. Gleichzeitig fällt viel Elektroschrott an. Dieses Problem nimmt stetig zu, da immer mehr Unternehmen in die Cloud wechseln und neue ressourcenintensive Anwendungen entstehen.
Ein typisches Beispiel hierfür ist generative KI. Die Technologie verspricht eine Vielzahl von Vorteilen für Unternehmen und die Gesellschaft, aber sie erfordert auch eine unheimliche Rechenleistung, was zu einem erheblichen Stromverbrauch und hohen Kohlendioxidemissionen führt. Zu beachten ist jedoch, dass KI auch eine entscheidende Rolle dabei spielen wird, eine nachhaltige Unternehmens-IT aufzubauen (mehr dazu weiter unten).
Die Studie deckt darüber hinaus weitere Herausforderungen auf dem Weg zu einer nachhaltigen IT auf, wobei kein Punkt besonders hervorsticht. Genannt werden etwa die Kontrolle der Betriebskosten (35 %), das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen (35 %) und die Gewährleistung der Skalierbarkeit (34 %).

Rechenzentrumsinvestitionen für eine nachhaltigere IT
Glücklicherweise sind diese und andere Probleme lösbar. Wie Ash McCarty, Director of Multicloud Product Management bei Dell, es ausdrückt: „Die Modernisierung der IT und die Erfüllung von Nachhaltigkeitsinitiativen schließen einander nicht aus. Sie können den Stromverbrauch senken, indem Sie auf Planung und Konsolidierung setzen.“
Rory Choudhuri, Solutions Marketing Director, Cloud, EMEA, bei VMware, ergänzt: „Die IT spielt eine entscheidende Rolle dabei, Unternehmen beim Erreichen ihrer Nachhaltigkeitsziele zu unterstützen. Durch die Implementierung der richtigen Cloud- und digitalen Technologienkönnen IT-Führungskräfte dazu beitragen, die Auswirkungen ihres Unternehmens auf die Umwelt zu reduzieren, die Betriebseffizienz zu erhöhen und Kosteneinsparungen zu erreichen.
Führende IT-Unternehmen, die unternehmensweite Nachhaltigkeit anstreben, müssen mit der Entwicklung einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie beginnen. Diese Strategie sollte die Nachhaltigkeitsziele des Unternehmens definieren, die spezifischen Cloud- und digitalen Technologien festlegen, die zur Erreichung dieser Ziele eingesetzt werden sollen, sowie die Ressourcen ermitteln, die zur Umsetzung und Unterstützung der Strategie benötigt werden.“
Da sich der Markt für nachhaltige IT ständig weiterentwickelt, können Unternehmen bereits einige Investitionen in Rechenzentren tätigen, um den Weg zu einem nachhaltigeren Technologie-Stack zu ebnen.
Zunächst ist da das Edge-Computing – eine Alternative zur energieintensiven zentralen Verarbeitung von Cloud-Workloads. Edge-Computing wird durch Technologien wie VMware Edge Compute Stack ermöglicht und sorgt dafür, dass Daten näher an dem Gerät verarbeitet werden, das sie ursprünglich erfasst hat.
Indem Daten nur bei Bedarf an den zentralen Server gesendet werden und der Großteil der Verarbeitung am Netzwerk-Edge stattfindet, wird die Effizienz gesteigert, da weniger Datenverkehr durch die Cloud-Rechenzentren läuft.
Eine weitere wichtige Investition für nachhaltige IT ist Infrastrukturkonvergenz. Dell VxRail beispielsweise ist eine HCI-Appliance (hyperkonvergente Infrastruktur), die Dell Server und VMware vSAN-Storage in einer zentralen, einheitlichen Plattform integriert. Die HCI von Dell vereinfacht die Bereitstellung und den Betrieb virtueller Umgebungen und hilft Unternehmen dabei, ihre IT-Infrastruktur zu konsolidieren sowie Innovationen und die Modernisierung von Rechenzentren vom Core über den Edge bis zur Cloud zu beschleunigen.
VxRail reduziert die Anzahl an Servern, die für bestimmte Workloads benötigt werden, und konsolidiert mehrere Workloads und Betriebsabläufe in einer einzigen Umgebung. So lässt sich die CO₂-Bilanz der Unternehmens-IT verbessern und der Betrieb noch effizienter gestalten. Außerdem senkt dieser nachhaltigere Ansatz den Stromverbrauch um bis zu 50 % und räumt so auch Bedenken in Bezug auf Strompreisschwankungen aus.
KI ist der dritte wichtige Investitionsbereich. Unternehmen können damit nicht nur die Rechenzentrumstechnologien, die KI ermöglichen, energieeffizienter gestalten, sondern auch KI-Erkenntnisse nutzen, um die IT-Effizienz zu verbessern.
AIOps-Technologien wie CloudIQ von Dell kombinieren Funktionen zur Nachverfolgung und Prognose von Stromverbrauch und Emissionen der IT-Infrastruktur mit Funktionen für Infrastrukturanalysen. Auf diese Weise können Unternehmen fundierte Entscheidungen über die Workload-Konsolidierung und Technologieerneuerungen treffen, um eine höhere Energieeffizienz zu erreichen, ihre IT zu optimieren und den CO₂-Fußabdruck zu verkleinern.
Jon Brown, ein ESG-Analyst, sagt: „Die Einbeziehung von Energieverbrauch und Kohlendioxidemissionen in CloudIQ von Dell bietet Unternehmen eine neue und bessere Möglichkeit, ihren Stromverbrauch zu ermitteln und zu reduzieren. Es ist ein gutes Beispiel dafür, was Dell unternimmt, um Nachhaltigkeit in das IT-Management zu integrieren.“
Choudhuri ergänzt: „Generative KI kann IT-Unternehmen nachhaltiger gestalten, indem sie den Stromverbrauch optimiert, Hardwareverschwendung reduziert, die Ressourcenauslastung verbessert sowie den IT-Betrieb automatisiert. VMware setzt seit vielen Jahren KI ein, um den Workload-Bedarf intelligent zu analysieren und zu prognostizieren.
Dell hingegen nutzt generative KI, um energieeffizientere Rechenzentren zu entwerfen, die Lebensdauer von Hardware zu verlängern, die Kohlendioxidemissionen zu senken sowie Möglichkeiten für Wiederverwendung und Recycling zu identifizieren.“
Dezentralisierung und Vereinfachung
Führende IT-Unternehmen suchen stets nach neuen Wegen, ihre Strategien für nachhaltige IT voranzutreiben. Vielversprechende Ansätze dabei sind die Dezentralisierung der Verarbeitung durch den Einsatz von Hochleistungs-Edge-Computing, die Optimierung von Technologien zur Konsolidierung und Senkung des Stromverbrauchs sowie die Nutzung KI-gestützter Erkenntnisse.
Dank technologischer Fortschritte können Unternehmen heute sowohl den Stromverbrauch als auch die Kohlendioxidemissionen senken und gleichzeitig die digitalen Innovationen nutzen, die sie für ihr Wachstum benötigen. Die IT mag in der Vergangenheit eine der Hauptquellen für Kohlendioxidemissionen gewesen sein, aber der Weg in eine nachhaltigere und sauberere Zukunft ist vorgezeichnet.
Mehr erfahren über VMware Edge Compute Stack und die hyperkonvergente Infrastruktur Dell VxRail
2 McKinsey Digital, The green IT revolution: A blueprint for CIOs to combat climate change, September 2022
