Warum die Unternehmenskultur zentraler Punkt des hybriden Arbeitens sein muss

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Fast ein Jahrhundert, nachdem die Amalgamated Clothing Workers of America im Jahr 1929 erfolgreich das erste Wochenende verhandelt haben, steht die Arbeitswelt vor einem Umbruch, der mindestens genauso gewaltig sein wird.

Zum ersten Mal seit Generationen verändert sich das Arbeiten – und das nicht schrittweise, sondern radikal. Durch die Coronapandemie hat sich die Vorstellung dessen, was es heißt, „auf der Arbeit“ zu sein, grundlegend geändert. Es geht nicht mehr um unproduktives Arbeiten nach der Stechuhr, sondern vielmehr um echte Produktivität.

Unternehmen wie Dell Technologies sind seit einem Jahrzehnt Fürsprecher und Unterstützer der Remotearbeit. Mit dem Aufkommen der Pandemie mussten jedoch Arbeitgeber in allen Branchen auf hybride Arbeitsmodelle für ihre MitarbeiterInnen umstellen – und manche planen jetzt, bei diesen Modellen zu bleiben. So gab etwa in Großbritannien die große Mehrheit der Toparbeitgeber an, dass es keine Vollzeitrückkehr an den Arbeitsplatz geben werde. In Frankreich betrachtet der Autobauer PSA, Mutterkonzern der Marken Peugeot und Citroën, die Remotearbeit als Benchmark für seine Zehntausenden BüromitarbeiterInnen, während in Deutschland der bislang gegenüber den Vorteilen skeptische Mittelstand mit kleinen und mittleren Unternehmen nun ebenfalls zur Remotearbeit übergegangen ist. Dieses Phänomen wäre vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen.

Veränderungen im großen Maßstab sind selten leicht. Selbst wenn die Remotearbeit den MitarbeiterInnen mehr Freizeit und Produktivität nach ihren eigenen Bedingungen ermöglicht, gibt es neue Herausforderungen, die es zur Schaffung erfolgreicher Arbeitskulturen mit stark dezentralen Belegschaften zu bewältigen gilt.

In dieser Anfangsphase müssen hochrangige EntscheidungsträgerInnen die Zügel in die Hand nehmen und diese einmalige Chance für ihre Unternehmen nutzen, indem sie den Arbeitsplatz in einen mitarbeiterorientierten, förderlichen, effektiven und empathischen Ort verwandeln.

Während viele zukunftsorientierte Unternehmen, insbesondere in der Technologiebranche, bereits zumindest teilweise auf Remotearbeit umgestellt hatten, war das schnelle Umschwenken für andere womöglich ein Schock. Als Reaktion auf die Pandemie wurden Möglichkeiten für die Remotearbeit oft ad hoc implementiert. Da nun aber offensichtlich wird, dass das hybride Arbeiten für viele Unternehmen in Zukunft unvermeidbar ist, wird ein besser durchdachter Ansatz benötigt – nicht nur für die Schaffung der sicheren Technologieinfrastruktur, auf die sich das Ganze stützt, sondern auch für die Förderung der entsprechenden Arbeitskultur.

TechnologieexpertInnen sprechen sich seit Langem für progressive Kulturveränderungen als Schwerpunkt für den Erfolg von Unternehmen aus, doch dies wird etwas komplexer, wenn viele unserer Interaktionen remote stattfinden.

Tools für die Zusammenarbeit wie Slack und Teams sind ein guter Ausgangspunkt für die Förderung positiver zwischenmenschlicher Beziehungen. Sie fungieren im Grunde als digitale Teeküche: ein Ort zum Austauschen von Urlaubsfotos, aber auch zum Lösen geschäftlicher Probleme.

Auf übergeordneter Ebene müssen Führungskräfte ausgeprägte Changemanagement-Programme für alle StakeholderInnen im Unternehmen implementieren, ob einfache NutzerInnen, ManagerInnen oder IT-MitarbeiterInnen. Organisatorisch gesehen müssen Menschen und Empathie im Mittelpunkt stehen, denn das Aufheben der Grenzen zwischen Heim und Büro kann dazu führen, dass MitarbeiterInnen im Endeffekt mehr arbeiten.

In einer Zeit, in der Einschränkungen ständig aufgehoben und wieder eigeführt werden, muss das Konzept „Büro“ komplett neu definiert werden. Geöffnete Büros können nicht mehr einfach nur ein Ort sein, an dem MitarbeiterInnen zusammenkommen. Sie müssen ein Ziel sein, an dem sich MitarbeiterInnen einfinden, wenn dies sinnvoll ist, etwa für Versammlungen, Produktdemos, Brainstorming-Sitzungen, das Mitarbeiter-Onboarding und soziale Veranstaltungen.

ManagerInnen sollten darauf achten, dass keine Kultur des digitalen Präsentismus entsteht: Das hybride Arbeiten und die Flexibilität sollen MitarbeiterInnen helfen, ihre Stärken auszuspielen, und ihnen möglichst produktives Arbeiten ermöglichen, statt sie zur Anwesenheit zu zwingen – selbst wenn es remote erfolgt.

Derweil war die Transparenz schon immer ein zentrales Problem für MitarbeiterInnen. In einer Umfrage unter 40.000 anonymen MitarbeiterInnen aus 300 Ländern wurde sie bei Weitem als größtes Problem genannt und sie wird an einem Arbeitsplatz, an dem Remotearbeit unterstützt wird, noch deutlich wichtiger werden.

MitarbeiterInnen möchten am Entscheidungsfindungsprozess beteiligt werden und wenn das nicht möglich ist, möchten sie zumindest wissen, warum Entscheidungen getroffen wurden. Bei einer geografisch verteilten Belegschaft sollten MitarbeiterInnen nach Möglichkeit eingeweiht und einbezogen werden.

De facto sind Vertrauen und Transparenz Schlüsselfaktoren für den Erfolg der Remotearbeit, wie der Country Manager für LinkedIn Indien, Ashutosh Gupta, für Forbes India schreibt: „ManagerInnen und Führungskräfte müssen sich in die Lage ihrer MitarbeiterInnen versetzen, um vertrauensvollere und transparentere Beziehungen mit ihren Teams aufzubauen.“

„Sie müssen eine aktive Rolle beim Einplanen von mehr Auszeiten spielen, damit MitarbeiterInnen wieder Kraft tanken und im Anschluss besser Verantwortung übernehmen können. Außerdem müssen ManagerInnen individuelle flexible Angebote ausbauen, die den Anforderungen der einzelnen MitarbeiterInnen gerecht werden.“

Flexible, auf Zusammenarbeit ausgerichtete Ansätze dieser Art sind leicht in Unternehmen zu finden, die DevOps implementiert haben – eine Bewegung, durch die Schuldzuweisungen beseitigt und die Zusammenarbeit gefördert, Silos abgebaut und Teams zur Verwirklichung eines zentralen Ziels vereint werden. Angesichts zunehmender Remotearbeit müssen diese Haltungen jetzt auf sämtliche Arbeitsplätze ausgeweitet werden.

„Der individuelle Sinn ist etwas, was immer mehr in den Fokus rückt“, so Bill Schaninger, Senior-Partner bei McKinsey, in einem kürzlich veröffentlichten Podcast. „Nach so viel Unklarheiten in unserem Privat- und Berufsleben sind Umstellungen schwierig. Man ist sich dessen bewusst, dass jeder Moment, den man mit Arbeiten verbringt, Zeit ist, die man nicht mit seinem Kind, einem pflegebedürftigen Elternteil oder dem Lebenspartner verbringt.“

„Die Messlatte wird immer höher gelegt und MitarbeiterInnen sagen, dass die Arbeit mehr als nur ein Job sein muss. Sie muss zum eigenen Lebenszweck passen.“

Für Führungskräfte und ManagerInnen eröffnen sich dadurch Möglichkeiten. Wenn sie sich ein Bild von den Mitarbeiteranforderungen machen und diese erfüllen, können Unternehmen die Bindung, Motivation und Zufriedenheit im Job verbessern.

Dazu gehört auch das Anbieten wirklich hilfreicher Schulungen, in denen MitarbeiterInnen vermittelt wird, wie sie Remotetechnologie bestmöglich nutzen können, oder das Umschulen von MitarbeiterInnen, die sich horizontal im Unternehmen bewegen möchten.

Wie der Chefredakteur von Computerworld, Galen Gruman, anmerkt, waren Schulungen in vielen Unternehmen „begrenzt, ein Pro-forma-Phänomen oder schlicht nicht existent“ und wenn sie doch verfügbar waren, handelte es sich oft um von Anbietern bereitgestellte Anleitungsvideos oder LinkedIn Learning-Kurse.

In Anbetracht dessen, dass die Remotearbeit weiter eine größere Rolle in unserem Leben spielen wird, eröffnet sich die Chance, IT und Technologie den NutzerInnen näherzubringen, sodass sie das Beste aus den für sie verfügbaren Ressourcen machen können.

Gruman zufolge könnten Unternehmen sogar Schulungsteams aus Powerusern und IT-MitarbeiterInnen innerhalb von Abteilungen ins Leben rufen. Diese Teams könnten gemeinsam jobspezifische Schulungen entwickeln, damit MitarbeiterInnen ihr technisches Wissen erweitern und auch IT-Teams sich mehr Fachwissen aneignen können.

Dell und VMware haben verschiedene Angebote in ihrem Portfolio, mit denen Unternehmen diese neue Arbeitsweise nahtlos implementieren können. Klicken Sie hier, um herauszufinden, was Dell und VMware für Ihr Unternehmen tun können.

Erfahren Sie mehr über Dell Technologies und VMware-Lösungen APEX Cloud Services – Cloud as a Service | Dell Technologies Germany