CIOs dürfen nicht vom Gas gehen

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CIOs müssen heute mehr denn je ein Gleichgewicht zwischen der operativen und strategischen Seite ihrer heiklen Funktion finden. Vor der COVID-19-Pandemie führten sie radikal Transformationsinitiativen durch, in denen von der Lieferkette bis zur Kundenerfahrung alles von Grund auf überarbeitet wurde. Ihre Funktion beinhaltet heute nicht nur die IT, sondern auch die weiter gefasste Unternehmensstrategie. Mit der Pandemie und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Abschwung haben sich die Prioritäten geändert.

Viele haben ihre langfristigen Strategien auf Eis gelegt. Aktuelle Recherchen von IDG zeigen, dass Kostenkontrolle und Ausgabenmanagement sich neben der Verbesserung des IT-Betriebs und der Systemleistung zu den wichtigsten Prioritäten entwickelt haben. Die Durchführung von Veränderungen und das Vorantreiben von Innovationen sind weiterhin langfristige Ziele, doch CIOs haben mit begrenzten Ressourcen zu kämpfen. Nur ein Viertel der von IDG befragten Personen glauben, dass die IT-Budgets im kommenden Jahr angehoben werden.

Wie sollten CIOs also auf die neuen Gegebenheiten reagieren? Indem sie sich bewusst werden, dass Krisenmanagement und Transformation sich nicht gegenseitig ausschließen. Etwa 61 % der Teilnehmer der IDG-Studie gaben an, die Auswirkungen der Pandemie hätten die Notwendigkeit einer digitalen Transformation verstärkt, und 58 % stimmten zu, dass die Verlagerung zum Homeoffice nach der Schaffung neuer und effizienterer Workflows verlangt hat. Vorausschauende CIOs haben erkannt, dass die Antwort nicht die Rückbesinnung auf bestehende Modelle ist, sondern die Durchführung von Initiativen, die die Business Continuity heute unterstützen und gleichzeitig eine Plattform für zukünftiges Wachstum bieten und eine völlig neue Kultur begünstigen, in der Veränderung und Beschleunigung willkommen sind.

So verbrachten beispielsweise an der britischen University of Sussex IT-Leiter Jason Oliver und sein Team ein Jahr mit der Formulierung eines Plans für die digitale Transformation, der in den kommenden Jahren ausgerollt werden sollte. Als die Pandemie ausbrach, führte er die Implementierung innerhalb von Wochen durch. Jetzt ist die Universität in der Lage, das virtuelle Lernen aufrechtzuerhalten, während sich die Strategie für die Rückkehr zum Standort des Campus immer noch weiterentwickelt.

Gleichzeitig testen und vermarkten andere CIOs aggressiv neue Services oder arbeiten gemeinsam mit den Geschäftsbereichen an einer stärkeren Onlineausrichtung des Geschäfts.

„Der Nutzen digitaler Kanäle, Produkte und Geschäftsabläufe ist zurzeit für Unternehmen überall auf der Welt klar ersichtlich“, sagt Sandy Shen, Senior Director Analyst bei Gartner. Sie bezeichnet die Krise als „Warnsignal für Unternehmen, die sich zu stark auf operative Anforderungen konzentriert haben“. Analysten von McKinsey führten das Beispiel eines Fintech-CIOs an, der die Pandemie als Gelegenheit sah, ein Onlinezahlungsprodukt aggressiv zu testen und zu vermarkten. Aus der Sicht dieses CIOs ist es „jetzt oder nie“ möglich, große Erfolge mit dem Produkt zu erzielen.

Ohne eine Strategie und viel harte Arbeit ist das nicht möglich. CIOs müssen kommunizieren und Ungewissheit und Verwirrung mit klaren Botschaften an den Vorstand und die Mitarbeiter bekämpfen. Sie müssen mithilfe einer Kombination aus Tests und fokussierten Verbesserungen einen stabilen Betrieb gewährleisten. Dies ist nicht die richtige Zeit für reaktive Problembehebung, sondern für proaktive Arbeit, um das Unternehmen belastbarer zu machen.

Darüber hinaus müssen CIOs gemeinsam mit anderen Führungskräften die Geschäftspraktiken und -prozesse betrachten und sie für die „neue Normalität“ neu definieren. Das kann mitunter bedeuten, dass sie mit Mitarbeitern zusammenarbeiten müssen, um sicherzustellen, dass neue Verhaltensweisen angenommen werden. Sie müssen pragmatisch handeln und Zeit und Ressourcen für die wichtigsten Projekte aufwenden, auch wenn dies bedeutet, andere Initiativen aufzuschieben, die sich an bestimmten Geschäftszielen ausrichten.

Und während sie sich um das alles kümmern, müssen CIOs auch die Anforderungen der Kunden berücksichtigen, um zu sehen, ob sie Kapazität hinzufügen müssen, um dem Bedarf gerecht zu werden, oder Chatbots und Selfservice-Tools ausrollen müssen. Viele CIOs haben das bereits begriffen. Die Studie von IDG ergab, dass über drei Viertel der CIOs bereit sind, in neue Technologien zu investieren, um im Zuge der Pandemie Kundeninteraktionen und -zufriedenheit zu verbessern. Cloud-Services unterstützen alle diese Vorhaben, ob es nun um geschäftliche Belastbarkeit oder die Transformation der Kundenerfahrung geht. Tatsächlich ergab ein im Jahr 2019 erstellter IDG-Bericht für Dell, dass Unternehmen, die Cloud-Computing nutzen, ihre CX-Initiativen mit größerem Erfolg durchführen können – die fortschrittlichsten Cloud-Nutzer waren dabei am erfolgreichsten.

Am wichtigsten ist vielleicht, dass CIOs kontinuierlich voraussehen müssen, was als Nächstes kommt. Sie müssen bedenken, wie das Unternehmen in Zukunft von ihren heutigen IT-Investitionen profitieren kann, Kosteneffizienz anstreben und dem Unternehmen die nötige Flexibilität und Agilität für Innovation und Wachstum verschaffen. Die Welt hat sich verändert und wird sich auch weiterhin verändern und die wahre Priorität von CIOs muss darin bestehen, sicherzustellen, dass die IT das Unternehmen in der nahen Zukunft voranbringen kann.

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