Wie können CIOs das Management der Cloud-Kosten verbessern?

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Die Cloud ist in den meisten Unternehmen zu einer Kernkomponente von IT-Bereitstellungen geworden. In seiner 2020 Cloud Computing Survey hat IDG festgestellt, dass 81 % der befragten Unternehmen bereits mit einer Cloud-Computing-Infrastruktur arbeiten oder Anwendungen in der Cloud ausführen. 2018 waren das noch 73 %. Im Durchschnitt wollen diese Unternehmen rund ein Drittel ihres gesamten IT-Budgets im nächsten Jahr für Cloud-Computing aufwenden. Doch viele Umfrageteilnehmer haben auch Hindernisse für die kontinuierliche Nutzung der Cloud erwähnt. Eines der größten ist dabei die von 40 % angegebene Notwendigkeit, die Cloud-Kosten zu kontrollieren.

Eric Knorr, Chefredakteur bei InfoWorld, schreibt dies einer Reihe von Faktoren zu, beispielsweise einer mangelnden Governance und schlecht konfigurierten Cloud-Workloads. „Ohne geeignete Richtlinien kann es passieren, dass LOB-Manager z. B. Cloud-Services einrichten, die im Grunde redundant sind, da die Funktionalität bereits vorhanden ist“, so Knorr.

Doch können CIOs etwas tun, um das Management der Cloud-Kosten zu verbessern? Wir haben mit führenden CIOs, Technologieexperten und IT-Leitern gesprochen, um das herauszufinden.

Für Larry Larmeu, Enterprise Technology Leader bei Accenture, ist Transparenz die Grundlage für Kostenkontrolle in Sachen Cloud: „Für das Management der Cloud-Kosten müssen Sie sich zunächst ein genaues Bild von der Cloud-Nutzung in Ihrem Unternehmen machen“, erklärt er. „Umfragen zeigen, dass Unternehmen Unmengen an Cloud-Ressourcen nutzen, ohne dass diese zentral nachverfolgt werden. Wenn Sie wissen, was genau genutzt wird, können Sie taktische Maßnahmen für das Kostenmanagement ergreifen, z. B. durch Dimensionierung und automatische Skalierung.“

David Walliker, Chief Digital and Partnerships Officer bei Oxford University Hospitals NHS Foundation Trust, ist ebenfalls der Ansicht, dass Transparenz unerlässlich ist. Er ist der Meinung, dass Unternehmen sicherstellen sollten, dass „Ressourcen richtig zugewiesen werden“ und „konsistent optimiert und mit präzisen Wachstumsprognosen gearbeitet wird“.

Walliker kommt zu dem Schluss, dass die Ressourcenzuweisung der wichtigste Punkt ist. Dem stimmt auch Christopher Adjei-Ampofo, CIO und Head of Procurement bei Uphold, zu. Er erläutert, dass die Kapazitätsplanung und Richtlinien eine wesentliche Rolle im Hinblick auf die Kontrolle über Cloud-Kosten spielen.

Vielleicht konzentrieren sich zu viele Verfechter der Cloud auf die Vorteile des blitzschnellen Einrichtens von Instanzen und Services, obwohl es mit Blick auf die Kostenkontrolle wichtiger ist, sicherzustellen, dass redundante oder nicht benötigte Services nicht dauerhaft weiter ausgeführt werden. „Das ordnungsgemäße Außerbetriebnehmen nicht mehr benötigter Cloud-Instanzen ist entscheidend“, so Larmeu. „Viele Unternehmen geben Unmengen an Geld für Ressourcen aus, die nicht mehr genutzt werden.“

Adjei-Ampofo stimmt dem zu. „Überprüfen Sie Ihre Cloud-Ressourcen regelmäßig, um sicherzustellen, dass alles nachverfolgt und festgehalten wird – mit einem Inhaber, einem Zweck und einer Genehmigung“, empfiehlt er. „Es wird Sie überraschen, wie viele redundante Ressourcen noch vorhanden sind und Nutzungskosten verursachen.“ Er empfiehlt Unternehmen auch die „Nutzung eines Top-Down-Ansatzes zum Identifizieren von Services, die in wesentlichem Maße zu Ihren monatlichen Ausgaben beitragen. Dann können Sie sich auf Möglichkeiten zur Kostensenkung konzentrieren“.

Viele CIOs und IT-Leiter, mit denen wir gesprochen haben, glauben, dass die Automatisierung und Optimierung eine Rolle spielen. Laut Adjei-Ampofo sollten Unternehmen „Automatisierungsservices für Prozesse wie die Installation, die Konfiguration und das Management der IT-Umgebung nutzen. Sie sollten menschliches Eingreifen weitestgehend eliminieren. So wird nicht nur der Mitarbeiteraufwand reduziert, sondern es werden auch menschliche Fehler vermieden, was wiederum zu geringeren Kosten führt.“

Andere konzentrieren sich mehr darauf, wie Verhaltensweisen zu erhöhten Cloud-Kosten führen können. „Beim Umstieg von einer lokalen Umgebung auf die Cloud ändert sich mehr als nur die Technologie“, so Laura Dawson, eine CIO im Hochschulbereich.

„Das kaufmännische Know-how wird bedeutend wichtiger. Wer im Rechenzentrum der technische Experte war, muss seine Kompetenzen und Rollen beträchtlich verändern, um die verschiedenen anfallenden Kosten und deren Management wirklich nachvollziehen zu können.“

Sie ist der Ansicht, dass der Überblick über die variablen Kosten in Verbindung mit der Cloud und die Verhaltensweisen große Probleme sind, durch die diese Kosten steigen können. IT-Leiter müssen also Kompetenzen im Bereich Finanzmodellierung, Vertragsmanagement und Verhandlungen entwickeln und insbesondere auch „Autorität über Kollegen erlangen, um deren Verhaltensweisen ändern zu können“, so Dawson.

Adjei-Ampofo glaubt auch, dass es sich hierbei um unterschätzte Kompetenzen handelt, und empfiehlt Unternehmen die Zusammenarbeit mit einem dedizierten Account Manager bei ihrem Cloud-Anbieter sowie das Abhalten regelmäßiger Meetings zum Überprüfen der Nutzung und Services.

„So können Ihre Geschäftsziele besprochen und kostensparende Lösungen angeboten werden“, erläutert er. Adjei-Ampofo hält es auch für entscheidend, dass Unternehmen über vertragliche Vereinbarungen mit Cloud-Anbietern Bescheid wissen, insbesondere über das Enddatum und das Preismodell. Er ist der Ansicht, dass CIOs frühzeitig verhandeln sollten, um sich ihre Position als bestehende Kunden beim Erneuern von Verträgen zunutze zu machen. „Durch richtiges Verhandeln können Sie viel sparen“, fügt er hinzu.

Manche CIOs sehen den richtigen Ansatz darin, sich auf die Stärken der Hybrid Cloud zu stützen. „Aus Administrationsperspektive ermöglichen die Nutzung der Cloud und Hybrid Clouds die Implementierung dynamischer Richtlinien, eine schnellere Verschlüsselung, die Senkung der Kosten und mehr Transparenz für die Zugriffskontrolle“, so Chuck Brooks, Präsident von Brooks Consulting International und Georgetown University Faculty im Graduate Cybersecurity Risk Management Program. „Dadurch lassen sich die Risiken und Kosten reduzieren.“ Doch Brooks erklärt auch, dass es unerlässlich sei, die Sicherheit frühzeitig zu berücksichtigen: Wie und wo Daten gesichert werden, sei ein fundamentaler Aspekt jedes Cloud-Programms.

Stephane Nappo, Vizepräsident und Chief Information Security Officer (CISO) für Groupe SEB, stimmt dem zu und legt nahe, CISOs zur Unterstützung der Bemühungen für Cloud-Kontrolle einzubeziehen. Sie können die Servicelevelanforderungen in puncto Sicherheit, Monitoring und betriebliche Recovery mit Abstimmung auf die Vertraulichkeit von Ressourcen und geschäftlichen Erfordernisse definieren. „Das wesentliche Element, das Sie nicht an Ihren Cloud-Serviceanbieter delegieren können, ist Ihre Verantwortung für Sicherheit, Compliance und Kundenvertrauen“, so Nappo.

Das Wiedererlangen der Kontrolle über Cloud-Kosten läuft auf eine Reihe von Maßnahmen hinaus. Unternehmen benötigen Transparenz und ein genaues Bild von ihrer Cloud-Nutzung sowie zentrale Tools zum Zuweisen von Ressourcen und Nachverfolgen ihrer Nutzung. Sie müssen in der Lage sein, ihre wesentlichen Cloud-Kostenstellen zu identifizieren, aber auch, sich detaillierter zu informieren und nicht mehr verwendete Cloud-Instanzen ausfindig zu machen, um sie außer Betrieb zu nehmen und so die unnötigen Ausgaben zu reduzieren. Hier können Plattformen wie CloudHealth von VMware hilfreich sein, mit denen Unternehmen von mehr Transparenz in der gesamten Cloud-Umgebung und Funktionen für umfassende Analysen und detailliertes Reporting profitieren. So können sie ihre Cloud-Nutzung nachverfolgen und unnötige Kosten minimieren.

Wenn Unternehmen über insgesamt mehr Transparenz verfügen und den Dingen im Detail nachgehen können, sind sie außerdem besser für die Kapazitätsplanung und Optimierung auf Basis ihrer Wachstumsprognosen gerüstet. Sie können mit zentralisierten Tools und durch Automatisierung das Management vereinfachen und die Workload reduzieren und entweder einen besseren Deal für ihre Cloud-Kosten aushandeln oder Unterstützung von Drittanbieterpartnern erhalten, die ihnen helfen können. Mit CloudHealth können beispielsweise die Cloud-Investitionen auf strategische Ziele abgestimmt und es kann sichergestellt werden, dass bei der Arbeit mit Cloud-Anbietern die höchstmögliche Kosteneffizienz zum Tragen kommt.

Weitere Informationen dazu, wie CloudHealth von VMware Unternehmen beim Management und der Optimierung ihrer Cloud-Kosten helfen kann, finden Sie unter cloudhealthtech.com.

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